Politische Partizipation! If you don’t vote, somebody else will make the decisions for you“

Afrodeutsch

Falko Droßmann bei African Youth Education Award in Hamburg. 
Herr Droßmann beginnt sein Statement mit einer Beschreibung der sozialen Situation im Bezirk Hamburg-Mitte, einem Bezirk mit 300.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, in den täglich knapp 1 Million Menschen kommen, um zu arbeiten oder um ihre Freizeit zu verbringen. Es handelt sich um den Bezirk mit den meisten Sehenswürdigkeiten – mit den Dingen, die man mit Hamburg allgemein verbindet, z.B. St. Pauli oder die Elbphilharmonie.

4Allerdings handelt es sich auch um den Bezirk mit der ärmsten Bevölkerung und einer Migrationsquote bei unter 18-Jährigen von über 72%. Dies wird aber nicht als Problem gesehen, sondern als Merkmal eines Exzellenz-Clusters mitsamt den damit einhergehenden Herausforderungen.

Zeitgleich wird in Hamburg-Mitte das mit Abstand meiste Geld verdient, da viele Unternehmen im Stadtteil Billbrook angesiedelt sind und in der Innenstadt viele Menschen einkaufen.
5Hamburg-Mitte ist also der Bezirk in Hamburg mit der ärmsten Bevölkerung und der höchsten Wertschöpfung und die Lösung für diese Ungleichheit ist Bildung.

In Hamburg-Mitte ist es schon etwas Besonderes, wenn ein Kind es schafft, die Universität zu besuchen, denn noch immer hängt die Karriere eines Kindes von den Leistungen der Eltern ab. Dazu passen Zahlen der sozialen Arbeit des Bezirksamtes, die vom Senat der Freien und Hansestadt unterstützt wird.

Es gibt vier unterschiedliche Arten der sozialen Arbeit in Hamburg-Mitte:
1. Hilfen zur Erziehung, im Falle familiärer Probleme
2. Seniorenarbeit
3. Offene Kinder und Jugendarbeit in Spielhäusern usw.
4. Sport
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Hierfür gibt die Stadt jedes Jahr knapp 100 Mio. Euro aus und orientiert sich dabei an veralteten sozialen Indikatoren, die in den 60er Jahren die Grundlage für die Errichtung der sozialen Einrichtung darstellten. Damals wurde je nach Einwohnerzahl eine bestimmte Anzahl von Einrichtungen gebaut, ohne auf den eigentlichen Bedarf einzugehen. Heute wollen wir Bedarfe mitdenken und die Menschen vor Ort (aktuell im Rahmen eines Pilotprojektes im Stadtteil Horn) beteiligen.

Das Einkommen der Eltern, die Religion oder das Geschlecht sollen keinen Einfluss mehr auf die Laufbahn der Kinder haben. Daher ist es wichtig sich an solchen gesellschaftlichen Diskussionen zu beteiligen.
Harriet Sadia de Kiden Falko DrossmannDeshalb wurden die Bewohnerinnen und Bewohner von Horn bei einer eigens dafür anberaumten öffentlichen Veranstaltung gefragt: „Welche Einrichtungen wollt ihr? Welche Einrichtungen braucht ihr?“. Man kam direkt ins Gespräch und konnte über die Vorschläge diskutieren. Leider war kein Mitglied der afrikanischen Gemeinde mit dabei.

Aber gerade in der heutigen Zeit, in der Parteien, die die Politik radikalisieren, mehr und mehr Zuspruch erhalten, gilt umso mehr der Satz: „ If you don’t vote, somebody else will make the decisions for you“ – daher ist es die Pflicht eines jeden Bürgers, einer jeden Bürgerin sich an gesellschaftlichen Diskussionen zu beteiligen, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Falko Drossman
Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte

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