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Tue, Nov

Sie kamen ohne Sprache, Sie kamen ohne Papiere.

Afrodeutsch
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Eine schicke Location, viele renommierte Sprecher, Vertreter der Wirtschaft, Politik und des Bildungswesens. Der African Youth Education Award (AYEA) ist eine Plattform, welche insbesondere die junge afrikanische Diaspora begrüßt.

Wenn man sich kurz mit der Terminologie ‚Diaspora’ auseinandersetzt, spricht man hier von einer ‚Zerstreuung’. Diese Zerstreuung hat unsere Elterngeneration damals, in Form der Emigration nach Deutschland, auf sich genommen, so dass wir als neue Generation Möglichkeiten haben, die sie nicht hatten. Warum sage ich das?

Sie kamen ohne Sprache. Und konnten demnach nicht kommunizieren, welches eine erfolgreiche Integration von Beginn an erschwert hat. Sie kamen ohne Papiere. Und lebten mit dem Status als Illegale in einem Land, welches ihnen klimatisch, kulturell und sprachlich fremd war. Und es für viele bis heute noch ist. Sie kamen mit Druck. Denn sie kamen mit der Vorstellung aus einem durch Armut geprägten Leben entkommen und nicht nur für sich, aber auch für ihre Familien zu Hause sorgen zu können.

Und dies war nicht nur ein Vorsatz, sondern die Erwartung, mit der sie in die große weite Welt geschickt wurden. Unter diesen Bedingungen einen erfolgreichen Bildungsweg einschlagen zu können, ist damals wie auch heute leider doch eine Ausnahme. Das war die Grundlage, auf der unsere Eltern ihr Leben bauen mussten.

Ihr Opfer, damit wir nicht denselben Bedingungen begegnen? entgegnen müssen. Nun ist die Frage für uns als junge Diaspora, wie gehen wir mit diesem Opfer um? Wie nutzen wir die Chance, die uns gegeben ist? AYE Award ist eine Plattform, auf der junge Menschen ausgezeichnet werden, die ihren Bildungsweg erfolgreich bestreiten möchten.

martina offehNur geht es auch hier nicht primär darum, wie wir beginnen, sondern vielmehr wie wir die Dinge zu Ende bringen!

Unsere Eltern sind als ‚Arbeitergeneration’ bekannt. Wofür wollen wir irgendwann bekannt sein und was wollen wir als Jugend hinterlassen, wenn wir einmal dieses Land oder gar diese Welt verlassen?

Martina Offeh -Future of Ghana Germany (FoGG)